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Eine Hideout-Story

Die Pinguine

Das Eishockeyteam The Penguins in roten Trikots hebt auf dem Eis die Arme zum Publikum

Les Pingouins ist der liebevolle Spitzname der Eishockeymannschaft von Morzine-Avoriaz. In der weniger liebevoll benannten Skoda Arena finden die ganze Wintersaison über Eishockeyspiele statt. Für einen Ort von der Größe Morzines ist die Eishalle beeindruckend und bietet Platz für 1280 Zuschauer. Eine tolle Gelegenheit für einen Abend, der mal nicht im Käserestaurant endet. Eine eigene Bar gibt es auch, damit deine Kehle beim ganzen Anfeuern nicht austrocknet!

Fotos: HCMA

Anfang der 1930er-Jahre wurden die natürlichen Eisflächen auf den Seen der Region zum Schlittschuhlaufen genutzt, und bald darauf krachten Hockeyschläger aufeinander, Kufen kratzten übers Eis, und es bildeten sich Clans. Der Hockeyclub von Morzine ist einer der ältesten Frankreichs und wurde 1963 von sieben Einheimischen gegründet. Der Pinguin wurde zum Maskottchen, weil der erste Trainer des Clubs François Baud (ein Nachname, der untrennbar mit Morzine verbunden ist) einen winzigen Filzpinguin mit zur Ski-WM nach Aspen gab. Nach seiner Rückkehr wurde der Pinguin langsam, aber sicher zum Maskottchen aller Sportvereine in Morzine, vom Schwimmen bis zum Skifahren, vom Tennis bis zum Curling.

Als Sport wurde Eishockey zum ersten Mal 1875 in Montreal, Kanada, in einer Halle gespielt. Profi-Eishockey begann um 1900, und viele Elemente, etwa die Länge der Eisfläche und die Größe des Pucks, sind bis heute gleich geblieben. Frankreich übernahm Anfang des 20. Jahrhunderts die kanadischen Regeln, und 1920 war der Sport in Antwerpen zum ersten Mal bei den Olympischen Sommerspielen vertreten, bevor er 1924 bei den Olympischen Winterspielen in Chamonix unter freiem Himmel gespielt wurde.

Du kannst natürlich einfach zu einem Spiel gehen, die Action aufsaugen, bei den Fangesängen mitmachen und staunend zusehen, wie geschickt und schnell die Spieler sind. Wenn du aber Neuling bist und eine Vorstellung von den Regeln haben möchtest, hier ein Leitfaden für Einsteiger und Ahnungslose.

Beim Eishockey stehen von jeder Mannschaft gleichzeitig sechs Spieler auf dem Eis, einer davon ist der Torwart. Jedes Team hat insgesamt 20 Spieler. Weil Eishockey ein sehr intensiver Sport ist, bleiben die Spieler oft nur eine Minute am Stück auf dem Eis, bevor sie ausgewechselt werden. Das Auswechseln heißt ‘Linienwechsel’ und findet oft während Spielunterbrechungen statt. Wird während des laufenden Spiels gewechselt, nennt man das ‘fliegenden Wechsel’.

Die Bande rund um das Eis hält den Puck im Spiel und kann auch genutzt werden, um den Puck zu spielen. Die Spieler dürfen Gegner per ‘Bodycheck’ (mit Schulter, Oberarm, Hüfte und Ellbogen gleichermaßen in den Gegner fahren, um ihn vom Puck zu trennen) gegen die Bande drücken, um ihr Vorankommen zu stoppen.

Regelverstöße führen zu einer Spielunterbrechung, nach der das Spiel mit einem ‘Bully’ fortgesetzt wird. Zwei Spieler stehen sich gegenüber, ein Schiedsrichter lässt den Puck aufs Eis fallen, und die beiden versuchen, die Kontrolle über den Puck zu gewinnen. Manche Regelverstöße führen zu einer ‘Strafe’ gegen einen Spieler oder ein Team. Im einfachsten Fall muss der Spieler auf die Strafbank, und seine Mannschaft muss für eine festgelegte Zeit mit einem Spieler weniger auf dem Eis spielen.

Ein Spiel dauert insgesamt 60 Minuten, aufgeteilt in drei Drittel zu je 20 Minuten. Zwischen den Dritteln gibt es 15 Minuten Pause. Am Ende jedes Drittels wechseln die Teams die Seiten. Die Uhr wird angehalten, sobald der Puck nicht auf dem Eis ist. Ein Spiel dauert in der Regel zweieinhalb Stunden.

Ein Penalty wird einem Spieler zugesprochen, wenn eine regelwidrige Aktion eines anderen Spielers eine klare Torchance verhindert, meistens bei einem Breakaway. Ein Breakaway ist, wenn ein Spieler mit dem Puck außer dem Torwart keinen Verteidiger mehr zwischen sich und dem gegnerischen Tor hat und frei aufs Tor zulaufen und schießen kann.

Steht es nach der regulären Spielzeit von 60 Minuten unentschieden, geht es in die Verlängerung. Die Verlängerung wird drei gegen drei gespielt, das erste Tor entscheidet. Fällt in der Verlängerung kein Tor, geht das Spiel ins Penaltyschießen. Dabei treten von jedem Team drei Spieler zum Penalty an. Nach diesen insgesamt sechs Schüssen gewinnt das Team mit den meisten Toren. Steht es dann immer noch unentschieden, geht das Penaltyschießen in den ‘Sudden Death’, und das erste Tor bringt den Sieg!

Die restlichen Heimspiele der Saison finden am 22. März, 1. April und 4. April jeweils von 20:30 bis 23:30 Uhr in der Skoda Arena statt (502 Route du Palais des Sports).

Wenn du bei einem Spiel wie ein Profi klingen willst, probier in der Halle doch mal ein paar dieser Eishockey-Slangbegriffe aus:

Biscuit: der Puck

Chirp: das gegnerische Team verbal provozieren

Face wash: wenn ein Spieler einem Gegner mit der Handfläche seines Handschuhs übers Gesicht reibt, nur um ihn zu nerven

Gino: ein erzieltes Tor

Muffin: ein Schuss, der hin und her flatternd bis ins Tor segelt und eigentlich hätte gehalten werden müssen

Sieve: ein Torwart, der viele Tore kassiert – meist heißt es, er sei löchrig wie ein Sieb

Yard Sale: wenn ein Spieler so hart getroffen wird, dass er seine Ausrüstung (Schläger, Helm oder Handschuhe) verliert und sie nach dem Spielzug auf dem Eis liegen bleibt

Ein Interview mit dem aktuellen Manager des Teams von unseren Partnern beim Morzine Source Magazine findest du hier.

Also schnapp dir deine neuen Freunde aus dem Hostel, buch eure Tickets vorab über das kostenlose WLAN im Hideout und schlendert dann gemütlich die 5 Minuten vom Hostel hinunter zur Arena, um mitzufeiern. Allez les Pingouins!