Empanadas
Gehen wir ganz zurück zum Anfang. Man geht davon aus, dass Empanadas und die sehr ähnlichen italienischen Calzone beide auf die arabischen, mit Fleisch gefüllten Teigtaschen zurückgehen, die Samosas. In der Geschichte der Kochkunst finden sich die ersten Hinweise auf etwas Pastetenähnliches…

Gehen wir ganz zurück zum Anfang
Man geht davon aus, dass Empanadas und die sehr ähnlichen italienischen Calzone beide auf die arabischen, mit Fleisch gefüllten Teigtaschen zurückgehen, die Samosas. In der Geschichte der Kochkunst finden sich die ersten Hinweise auf etwas Pastetenähnliches vor über zweitausend Jahren in Persien. Diese Pasteten hatten einen dreifachen Zweck: Hackfleisch mit verschiedenen Gewürzen in einer geschlossenen Hülle (dem Teig) lange haltbar zu machen, sich für den Transport über weite Strecken zu eignen und vor allem überall und jederzeit leicht essbar zu sein.
Daran hat sich nicht viel geändert! In den Satteltaschen der Mauren kam sie bei deren Eroberung des heutigen Spaniens und Portugals nach Galicien und auf die Iberische Halbinsel. Und der Name? Das Wort Empanada kommt vom Verb empanar, was so viel heißt wie in Brot einwickeln oder ummanteln. Ausgesprochen wird es in vier Silben: em.pa.na.da. Mit der Cornish Pasty scheint es keine Verwandtschaft zu geben; die reicht zwar bis ins 13. Jahrhundert zurück, ist aber tief in der britischen Bergbaugeschichte verwurzelt.
Die Reise nach Amerika
Die galicische Empanada war übergroß und wurde wie eine Pastete in Stücke geschnitten. Spanische Siedler brachten die ’empanada gallega’ nach Lateinamerika, wo sie bis heute sehr beliebt ist. Dort machten sich die Argentinier – und zwar jede einzelne Provinz – daran, Größe und Füllung ihren ganz eigenen Stempel aufzudrücken.
Ankunft in Argentinien
Ursprünglich ließ sich die Empanada in der Andenregion nieder. Seitdem hat sie einen langen Weg hinter sich! Entlang dieser unglaublichen lateinamerikanischen Gebirgskette gibt es von diesem leckeren und zugleich praktischen Essen unzählige Varianten. Je nachdem, wo du bist, ist die Empanada mal saftiger, mal weniger, mal schärfer, mal milder, gebacken oder frittiert, geprägt vom einzigartigen Aroma des Kreuzkümmels aus dem Nordwesten Argentiniens oder vom feurigen Chili, der aus Peru kam, verfeinert mit Oliven oder Sultaninen (einer Sorte getrockneter Weintrauben) – und so weiter. Sogar der Geschmack des Teigs und die Form des fertigen Päckchens voller Genuss ändern sich. Egal in welcher Form, Größe oder Schärfe: Im ganzen Land sind sie ein Alltagsessen und ein regionales Symbol geblieben.
Der Weg nach Morzine
Katerina und Lucas lieben es, gute Leute zusammenzubringen. Die meisten Latinos gelten als gute Gastgeber, aber dieses argentinische Paar setzt da noch einen drauf. Nichts lieben sie mehr, als zu Hause bei einem Asado oder Empanadas, ein paar guten Drinks und guten Gesprächen zu essen. Und darin haben sie reichlich Übung! Die beiden stammen aus Argentinien, haben aber ein buntes Leben rund um den Globus geführt, von Madrid bis Dubai, von Kuala Lumpur bis Paris. Großartige Empanadas haben sie auf dem ganzen Weg immer gekocht, für Freunde und Familie, nach Rezepten, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Erst seit sie sich endlich im Tal von Morzine niedergelassen haben (wo sie als Erstes eine große Terrasse gebaut haben, um Gäste empfangen zu können), ist daraus ein Geschäft geworden.
El Chaltén
El Chaltén, benannt nach einem der schönsten Berge Argentiniens, der auch die Marke inspiriert hat, ist das angesagteste neue Mikro-Restaurant mit Take-away in Morzine. Katerina und Lucas haben den Geschmack Argentiniens (über genau diesen sehr langen Weg) in die französischen Alpen gebracht und servieren dem Tal jetzt Empanadas, bei denen dir das Wasser im Mund zusammenläuft.
Der Geschmack
Die Sorten auf der Karte sind mit echter Hingabe entstanden. Das Rezept für die ‘salteña’ zum Beispiel ist über 20 Jahre alt: Damals brachte ein Kommilitone aus dem Medizinstudium Lucas das Rezept seiner Großmutter bei. In den letzten 14 Jahren haben Katerina und Lucas an weiteren argentinischen Rezepten gefeilt, von denen viele seit Generationen in der Familie gekocht werden – verfeinert durch das Feedback von Familie und Freunden und durch jede Menge Recherche. Und ich meine wirklich jede Menge, denn sie sind durch ihr Land gereist und haben die unterschiedlichsten argentinischen Rezepte entdeckt. Die beiden haben die zart schmelzenden Köstlichkeiten von Chaltén und Patagonien im Süden probiert, das von Malbec-Reben umgebene Mendoza, das koloniale Córdoba und sind bis hinauf an die nördlichen Grenzen zu Bolivien, Paraguay und Brasilien gekommen. Bitte meldet mich für die nächste Reise an!
Die Füllungen
Anders als bei der Cornish Pasty oder der italienischen Calzone, bei denen alle Zutaten roh in die Füllung kommen, werden die Füllungen bei Empanadas zuerst separat zubereitet. Bei El Chaltén gibt es aktuell 14 köstliche Empanada-Rezepte (die Karte findest du hier), und in diesem Sommer wird außerdem an veganen und süßen Varianten getüftelt. Alle werden in ihrer Profiküche zubereitet und dann langsam gegart; bis die Aromen auf den Punkt sind, dauert es bis zu 3 Stunden. Das ist ganz und gar kein Fast Food. Es ist langsam gegartes Essen, mit Liebe gemacht, das du schnell und unkompliziert essen kannst – ohne Besteck, ohne Kleckern (und garantiert ohne Reste)!
Die Zusammenarbeit
Die Karte von El Chaltén hat uns so umgehauen, dass wir einfach etwas machen mussten. Was passt besser zu ein paar Empanadas als ein paar Cervezas (Biere)? Ein Traumpaar. Wenn es doch nur eine Bar mitten im Ort gäbe, die kein Essen anbietet und viele hungrige Gäste hat … Moment mal … Café Chaud! Wir freuen uns riesig, die Empanadas von El Chaltén diesen Samstagabend mitten nach Morzine zu bringen, damit du sie im Café Chaud probieren kannst. Und bleib dran … es gibt noch jede Menge spannende Neuigkeiten!
Sei dabei: ab 18 Uhr, Samstag, 30. Juli, im Café Chaud.
Autorin: Tiny Travel Rebel