Eine Geschichte von Morzine

Einer der großen Reize von Morzine ist, dass es kein am Reißbrett geplanter Skiort ist. Viele Skiorte in den Alpen bestehen aus hässlichen Apartmentblocks und haben keinen Charakter. Bei Morzine ist das anders. Der Grund dafür ist, dass Morzine eine Geschichte hat, die Hunderte von Jahren zurückreicht – lange bevor es überhaupt Skifahren gab. Ein bisschen über die Geschichte des Ortes zu wissen, macht deinen Aufenthalt noch schöner. Du verstehst den Ort besser, und es trägt zur Atmosphäre bei.
Morzine wird zum ersten Mal im Jahr 1181 erwähnt. Es war ein Landgut der nahe gelegenen Abtei von Aulps. Der Name stammt vom lateinischen „Morgenes“, was „Grenzgebiet“ bedeutet.
Solche Landgüter nutzten die Mönche vor Ort, um Geld einzunehmen und sich mit Essen, Kleidung und Material für ihre Geschäfte zu versorgen. Auch der örtliche Markt war eine Einnahmequelle.
1531 erlangte das Dorf St. Jean D’Aulps jedoch die Unabhängigkeit von den Mönchen. Die nächsten dreihundert Jahre blieb der Ort ein landwirtschaftliches Zentrum.
Im neunzehnten Jahrhundert begann sich das zu ändern. Mit der industriellen Revolution nahm der Schieferabbau in der Gegend zu. Der Schiefer wurde hinunter in größere Städte gebracht – Thonon und Taninges – und von dort in ganz Europa verschickt.
Die Stollen reichten Hunderte von Metern in die Felswände hinein. Die Eingänge sind an den Felswänden rund um Prodains noch heute zu sehen. Auch oberhalb des Lac de Montriond gibt es Stolleneingänge, die sind allerdings etwas schwerer zu finden!
Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts kam der Tourismus in der Gegend in Schwung. Genau zu der Zeit wurde auch das Skifahren immer beliebter. Geschäftsleute vor Ort erkannten, dass das Skifahren immer mehr Touristen in den Ort bringen könnte.
Dank des Geldes aus dem Schieferabbau gab es Überschüsse, die man in die neue Branche investieren konnte.
1925 baute Francois Baud das erste Hotel – das Grand Hotel. Er legte auch die erste offizielle Skipiste hinter dem Hotel an.
1934 folgte die Pleney-Seilbahn – damals erst die zweite Seilbahn dieser Art in ganz Frankreich.
Die nächste große Veränderung kam, als der einheimische Skifahrer Jean Vuarnet zu den Olympischen Spielen in Squaw Valley fuhr und dort Gold gewann.
Er kehrte mit der Idee nach Morzine zurück, das Skifahren auf den höher gelegenen Hängen auszubauen und den brandneuen Skiort Avoriaz zu errichten. Der letzte Teil des Plans war, alle einzelnen Dörfer der Gegend zu dem zu verbinden, was später die Portes Du Soleil werden sollten. Ein riesiges Vorhaben über die Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz hinweg.
Vuarnets Vision legte den Grundstein für das Skigebiet, das wir heute kennen. Die Liftgesellschaften entwickeln das Gebiet immer weiter, um das Gelände bestmöglich zu nutzen, und Morzine sucht ständig nach Wegen, den traditionellen Charakter des Ortes zu bewahren und trotzdem modernen Komfort zu bieten. Die Geschichte von Morzine trägt viel zum besonderen Flair des Ortes bei – ein echtes Bergdorf mit einem der besten Skigebiete der Welt!